Freitag, 17. Mai 2013

Bio-Tomaten im Wahljahr

Mignons Alp-Traum im Wandel der Zeiten


Frei nach Johann Wolfgang von Goethe, 1796 und Erich Kästner, 1928

(Damit hinterher niemand sagen kann, er hätte von nichts gewusst)


Goethe:

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunklen Laub die Goldorangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?
Kennst du es wohl?
Dahin, dahin
Möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!

Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach.
Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
Was hat man dir, du armes Kind, getan?-
Kennst du es wohl?
Dahin, dahin
Möcht ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn!

Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg.
In Hoehlen wohnt der Drachen alte Brut.
Es stuerzt der Fels und über ihn die Flut.
Kennst du ihn wohl?
Dahin, dahin
Geht unser Weg.
O Vater, lass uns ziehn!


Kästner:

Kennst du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? - Du wirst es kennenlernen.
Dort stehn die Prokuristen stolz und kühn
in den Büros, als wären es Kasernen.
Dort wachsen unterm Schlips Gefreitenknöpfe,
und unsichtbare Helme trägt man dort.
Gesichter hat man dort, doch keine Köpfe,
und wer zu Bett geht, pflanzt sich auch schon fort. 

Wenn dort ein Vorgesetzter etwas will,
- und es ist sein Beruf, etwas zu wollen -
steht der Verstand erst stramm und zweitens still,
die Augen rechts und mit dem Rückgrat rollen.
Die Kinder kommen dort mit kleinen Sporen
und mit gezognem Scheitel auf die Welt.
Dort wird man nicht als Zivilist geboren,
dort wird befördert, wer die Schnauze hält.

Kennst du das Land, es könnte glücklich sein,
es könnte glücklich sein und glücklich machen.
Dort gibt es Äcker, Kohle, Stahl und Stein,
und Fleiß und Kraft, und andre schöne Sachen.
Selbst Geist und Güte gibts dort dann und wann,
und wahres Heldentum - doch nicht bei vielen.
Dort steckt ein Kind in jedem zweiten Mann,
das will mit Bleisoldaten spielen.

Dort reift die Freiheit nicht, dort bleibt sie grün.
Was man auch baut, es werden stets Kasernen.
Kennst du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? - Du wirst es kennenlernen!


Fiktionen und Fakten:

Kennst Du das Land, wo die Tomaten blühn?
Du kennst es nicht? - Du wirst es kennenlernen!
Dort stehn die Öko-Bonzen rot und grün
in Parlamenten und Büros, als wären es Kasernen.
Dort baumeln überm Hemd die alten Zöpfe,
und unsichtbare Bärte trägt man dort.
Gesinnung hat man zwar, doch keine Köpfe,
und wer die Freiheit liebt, den jagt man fort.

Wenn dort ein Öko-Bonze etwas will,
- und es ist sein Beruf, etwas zu wollen -
steht der Verstand erst stramm und zweitens still,
die Augen links und nicht dem Zwange grollen.
Tomaten sprießen dort aus brauner Erden,
grün-rot und mistgedüngt in diese Welt.
Dort kann man nicht als freier Mensch was werden,
dort wird befördert, wer die Schnauze hält.

Kennst du das Land, es könnte glücklich sein,
es könnte glücklich sein und glücklich machen.
Dort gibt es Äcker, Wälder, Stahl und Wein,
und Fleiß und Kraft, und andre schöne Sachen.
Selbst Geist und Güte gibts dort dann und wann,
und frohe Lebenslust - doch nicht bei vielen.
Dort stecken Kind und Frau in jedem zweiten Mann,
die wolln zu gern Diktator spielen.

Dort reift die Freiheit nicht, sie bleibt rot/grün.
Was man auch baut, es werden stets Kasernen.
Kennst du das Land, wo die Tomaten blühn?
Du kennst es nicht? - Du wirst es kennenlernen!

Mittwoch, 1. Mai 2013

Steuern - wohin?

Die aktuelle Talkshow zum Thema Steuergerechtigkeit



Stefan Hauch - Moderator

Claudia Migradür - Grüne Kehrwochenbeauftragte 

Bulli Löhnteß - Besserverdiener ex post

Peer Weinschlück - Schlechterverdiener ex ante

W. Zugzwang-Steuerschräuble - Hauptkassierer

Raimund Schwesterle - Miedermann

Saara Lafoknecht - Altphilologin 

Bambi Bullshit, alias „Buschi“ - Multi-Preisträger (Theobald-Preuss-Preis, Grille-Preis und Kandidat für das Bunzverdienstkreuz mit Eichenlaub und Messern)


Hauch
Guten Abend meine Damen und Herren! Aus gegebenem Anlass und im Hinblick auf die nahende Bundestagswahl wollen wir uns heute in Hart? Nimm ihn quair! mit einem kontroversen Thema beschäftigen - Steuern. Wir wissen: Der Staat braucht dringend das Geld, welches ihm aus den Steuern zufließt „in seine Kassen gespült wird“, wie wir Journalisten der Qualitätsmedien gerne sagen. Wir wissen aber auch, dass nicht alle Bürger spülwillig sind. Und wir wissen nicht ganz genau, was der Staat mit diesem gespülten Geld so alles anstellt. Deshalb die Frage dieses Abends: Steuern - wohin?

Zugzwang-Steuerschräuble
Das Thema sollte besser heissen: Steuern - woher? Wir ham ja schon Lohnsteuer, Einkommensteuer, Körperschaftssteuer, Umsatzsteuer, Zwischenerzeugnissteuer, Kfz-Steuer, Erbschaftssteuer, Einfuhrumsatzsteuer, Branntweinsteuer, Kaffeesteuer, Alkopopsteuer, Biersteuer ... , um nur einige wenige zu nennen. Da ist kaum noch mehr aus dem Volk heraus zu quetschen.

Bullshit
Was duckst Du Alder? Lass uns ma machen, isch mach Disch besser. Bei uns zahlt jeder, sonst ... ! Soll isch Boss fragen? Kann isch gleich ...

Hauch
(unterbricht) Ich will Sie jetzt nicht diskriminieren, aber vielleicht könnten Sie das besser nach der Sendung mit Herrn Zugzwang-Steuerschräuble besprechen, müssen ja nicht Alle mithören, oder?

Bullshit
Alles klar Alder, also nachher voll krass bei der Kartoffelschlampe in der Kantine.

Löhnteß
Man muß ja nicht gleich spülen, waschen geht doch auch! Wohin also mit dem Zaster? Die Schweiz kann ich nicht mehr empfehlen, vielleicht Somalia? Ist immerhin noch besser als die Penunse in Deutschland lassen. Die Somalis schicken den Schotter wenigstens nicht nach Zypern, Berlin, oder Griechenland, wo er nur sinnlos verprasst würde.

Weinschlück
Sinnlos verprassen können wir die Steuergelder auch hier in Deutschland - Hauptsache gerecht! Wir von den Spezialdemokraten hätten da schon so einige Ideen, z.B ...

Migradür
(fällt ihm ins Wort) ... z.B. TransgenderInnenklos in allen deutschen Städten über 10 000 EinwohnerInnen! Es ist ja schreiend ungerecht, dass es so etwas nur in Berlin gibt. Und falls dann immer noch zu viel Geld da sein sollte, könnte man die TransgenderInnenklobemessungsuntergrenze auf 7 500 EinwohnerInnen senken. Das schafft dann auch Investitionsschübe für die mittelständische Kloindustrie und Dauerarbeitsplätze für jede Menge TransgenderInnenbeauftragtInnen. Für TransgenderInnen-MitbürgerInnen in Orten unter 10 000, respektive 7500 EinwohnerInnen müsste dann ein ZubringerInnendienst eingerichtet werden, der wiederum Arbeitsplätze und Investitionen ersiezeugen würde. 

Weinschlück
Ääh (hüstel), das müsste dann in den Koalitionsverhandlungen äh ...

Schwesterle
In welchen Koalitionsverhandlungen bitte?

Zugzwang-Steuerschräuble
Transgenderklos, Zubringerdienste - Kleinkram! Lächerlich! Wir von den Christspezialen denken und handeln da in ganz anderen Dimensionen, ich sage nur: Energiewende!

Hauch
Angesichts der vielen guten Ideen über das wohin, scheint mir, dass wir uns doch kurz Gedanken über das woher machen sollten.

Migradür
Wenn man sorgfältig unter allen Schränken und Betten kehrt und die Matratzen kräftig ausschüttelt, kommt da immer noch einiges zum Vorschein. Das ist nachhaltig, gerecht und gut fürs Klima.

Lafoknecht
Gegen Spülverluste hülfe am besten eine große Mauer ... ääh ... Tschulljung ... strengste Grenzkontrollen mit freiem linken Ohr und Darmspiegelung, totale Banktransparenz, Geldausgabe nur gegen Krankenschein beim Finanzgenossen Ihres Vertrauens - dann entgeht dem Staat kein einziger Euro, oder, meinetwegen, keine einzige Neumark.

Schwesterle
(Hält beide Hände schalenförmig in Brusthöhe vor sich) Also hier links kommt mein Brutto rein und rechts mein, bzw. Zugzwang-Steuerschräubles, Tara. Die linke ist ja immer ein bisschen größer weil näher am Herzen, nicht wahr, Frau Lafoknecht? Oh, Pardon, ich wollte ja nicht mehr ... . Der winzige Rest Netto passt dann locker auf einen Bierdeckel. Den kann ich dann fröhlich verprassen. 

Hauch
Tja, meine Damen und Herren, ich hätte zu Beginn der Sendung gar nicht zu hoffen gewagt, dass die heutige Diskussion derartig harmonisch und konfliktarm verlaufen würde. Gerechtigkeit für Alle scheint ja wohl der Konsens des Abends zu sein. Darf ich die Teilnehmer der Runde noch um ein Schlusswort bitten?

Löhnteß
Der Taler ist rund und die Mark hat hundert Pfennig, bzw. hatte!

Migradür
Köpftüch gegen Feinstaub - Steuer gut für Staatsraub.

Weinschlück
Freibier für Alle ... ääh ... Freiwein!

Schwesterle
Wein, Wei ...  pardon ... Waid und Gesang!

Zugzwang-Steuerschräuble
Steuererhöhungen = Alternativlos für Deutschland!

Bullshit
Krieg isch jetz Günter-Krass-Preis, oder was?

Lafoknecht
Die Steuerprogression in ihrem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf!


Häuptling Seattle 
(aus dem Off) http://www.steuerzahler.de

Mittwoch, 13. März 2013

Vatikan ignoriert Rauchverbot

Wir waren Papst.


Da können unsere Qualitätsmedien nicht schweigen. Von Gänsweinschen Interna über rote Fußbekleidung bis zur Wahl des Neuen - Alles bis in die letzte Falte der Soutanen grell ausgeleuchtet und bis ins Kleinste kommentiert wie ein Bundesligaspiel. Wir sind sogar hinlänglich über die thermo-chromatischen Einzelheiten der vatikanischen Rauchentwicklung informiert. Bleibt nur noch die Frage zu klären, was die Kardinäle und Pontifex-Kandidaten unter ihren antiquierten Fummeln anhaben, möglicherweise untenherum nichts, wg. der postelektiven Testikelprobe (muss ja unbedingt ein Mann sein). 

So weit, so gut? Deutsche Blockwarte der ökologischen und politischen Korrektheit, aufgepasst! Vatikan nix gut: 

  • Ignorieren des Rauchverbots in Tateinheit mit Ausstoss klimaschädlichen CO2
  • Intransparenz des Wahlvorgangs 
  • Katastrophale Frauenquote
  • Altnazi-Vatikan-Konkordat (Obacht: Autobahnen!) immer noch nicht abgeschafft
  • Notorisches Ignorieren des Renteneintrittalters
  • Militante Befürwortung von Fortpflanzung in Tateinheit mit dem Aufruf zum Boykott biologischer Naturkautschukprodukte
  • Kerzenbeleuchtung der Kirchen gegen EU-Richtlinien für Leuchtkörper in geschlossenen Räumen verstoßend
  • etc.

Der über 2000 jährige Verein hat auch sonst dem modernen Menschen wenig zu bieten. Z.B. hält er keinen Vergleich mit dem Islam aus in puncto Jungfrauen - Torverhältnis 1: 77 (entspricht ungefähr den Anteilen beider Religionen am Welt-Bruttoempörungsprodukt).

Das Schlimmste aber: Er hat wegen der, an sich grandiosen, Idee der käuflichen Sündenvergebung, vulgo: Ablass, Schuld am alternativlosen Martin Luther (hier stehe ich, ich kann nicht anders), und demzufolge an Kathrin Göring-Eckardt, Margot Kässmann und an den evangelischen Kirchentagen. 

Ja gut, sie haben die Sünde extra dafür erfunden, damit das dusselige Volk sich davon freikaufen soll - Kirche kostet eben - und damit die Fürschten nach ihrer Pfeife tanzen. 

Aber Luther und Konsorten: Sünden abkupfern und dann Nichts mit Ablass. Das ganze Leben lang büßen, sprich: sich beschissen fühlen, Müll trennen und sogenannten Ökostrom subventionieren. Das sollten wir den Päpsten nie verzeihen!

Häuptling Seattle weiss mal wieder Bescheid: 
„Erst wenn Ihr das letzte Weihwasser ausgetrunken habt, werdet ihr merken, dass der Strom nicht vom Himmel fällt“.

Dienstag, 12. März 2013

Noch 'ne Mumie

Bolivarische Einbalsamierung


Nun ist er weg vom Fenster! Alle freuen sich! Die Einen frohlocken, weil hienieden ein durchgeknallter Despot weniger sein Unwesen treibt und sich dadurch nachhaltige Möglichkeiten vernünftiger Entwicklung in weiten Teilen Süd- und Zentralamerikas eröffnen. Die Anderen reiben sich die Hände, weil Hugo Chavez auf halbem Wege zum sozialistischen Paradies des 21. Jahrhunderts abtreten musste, denn:

a) steht seiner sozialistischen Heiligsprechung nun nichts mehr im Wege, und

b) wird man das immer deutlicher zutage tretende Scheitern der "bolivarischen" Revolution Anderen in die Schuhe schieben können, z.B. dem grossen, nach Schwefel stinkenden Teufel USA, der laut Nachfolger Maduro sogar für die  Krebserkrankung des "Comandante" verantwortlich sein soll (vergiftete Petrodollars?).

Damit der bolivarische Kadaver möglichst lange und möglichst anschaulich fetischgesteuerte Gemüter im Sinne des Sozialismus des 21. Jahrhunderts erleuchten und inspirieren kann, wird die sterbliche Hülle des Comandante ausgestopft, pardon - einbalsamiert, mumifiziert. Hierdurch wird er Zutritt erhalten in den erlauchten Klub der Potentaten-Mumien.

Hatte man die Mumien der Pharaonen noch unter den gewaltigen Steinmassen der Pyramiden verborgen, führten die Inkaherrscher ihre mumifizierten Vorgänger auf Dienstreisen und Militäraktionen sichtbar mit sich, von ihrer magischen Kraft und Ihrem Ruhm zehrend und ihren posthum verbreiteten Schrecken nutzend. Stalin, Mao und Kim Il Sung sind in bestens erhaltenem Zustand von den real existierenden sozialistischen Volksmassen zu besichtigen. (Mancheiner möchte sich vielleicht nur davon überzeugen, dass der Quälgeist wirklich und unwiederbringlich tot ist).
Nur wir Deutschen müssen auch hier mal wieder einen Sonderweg einschlagen: Unser GröFaZ hat seine sterbliche Hülle der Nachwelt mithife einiger Kanister Benzin entzogen, und die Untoten der sozialistischen Utopie treiben nächtens in den Schwatzshows des Zwangsabgaben-TV ihr gruseliges Unwesen.

Mittwoch, 27. Februar 2013

Eierskandal - Dschungelcamp geschlossen

Pestizidrückstände jetzt auch in betrügerisch deklarierten Freiland-Kängurueiern und Kakerlaken gefunden.


Fiktionen und Fakten präsentiert im Folgenden eine Mitschrift der öffentlich-knechtlichen Talkshow „Hart aber quer“ zu diesem Thema.

Moderation: 
Anne-May Willner

Gäste:
Uwe Döllmer, Gebührenzahler
Else Eiger-Nordwand, Bundesministerin für Verdauungssicherheit
Michaela Schläfer, Feministin
Peter Schmoll-Retour, Fremdenlegionär
Rainer Schwesterle, Beutelexperte
Helmut Schnauze, Altkanzler

Willner:
Erst Wetten dass in der Krise und jetzt: kein Dschungelcamp mehr. Was ist da los? Die Zuschauer daheim an den immer dunkler werdenden Bildschirmen haben ein Recht auf Transparenz, wie die Pilaten sagen. Da war irgendwas mit Freilandeiern, Frau Eiger-Nordwand, oder?

Eiger-Nordwand: 
Das Bundesministerium für Verdauungssicherheit sah sich leider gezwungen, das Dschungelcamp bis auf Weiteres zu schliessen, weil sowohl in Känguru-Eiern als auch in Kakerlaken, die in der Kantine serviert wurden, Pestizidrückstände in einer Konzentration gefunden wurden, die die Höchstmengen der EU-Richtlinien überschreiten.

Döllmer: 
Boah ey, in der EU gibt es Dschungel! Echt jetzt ey? Und ich dachte immer, das Dschungelcamp wäre auf Malle.

Schläfer: 
Igittigitt, hätte ich das gewusst! Uns hat man immer gesagt, die wären bio und aus Freilandhaltung.

Döllmer: 
Wie jetzt, nicht Freiland? Ich dachte Kakerlaken würden immer nur frei herumrennen.

Eiger-Nordwand: 
Ebent! Deshalb ja die Pestizide. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder frei herumlaufen könnte, wie er wollte!

Willner: 
Gut, aber die Kängurus?

Eiger-Nordwand: 
Kängurus brüten zwar grundsätzlich im Freien, können sich aber wegen der Insellage Australiens nur halbfrei bewegen.

Schwesterle: 
Ei, ei, ei - Frau Schläfer, habe ich Ihnen bereits gesagt, dass Ihre Sie-wissen-schon sehr gut in einen Kängurubeutel passen ... ohh ... ähh ... Tschulljung, ich wollte ja nichts mehr sagen.

Schmoll-Retour: 
Die Taliban werden sich niemals den EU-Lebensmittelrichtlinien beugen und eher ...

Willner: 
Würden Sie bitte beim Thema bleiben.

Schmoll-Retour: 
Die Interessen der ägyptischen Kängurueiermafia sind denen der australischen Kamelhöckerlobby pyramidal entgegengesetzt.

Willner: 
Na also, geht doch!

Schwesterle: 
Höcker? Hört, hört! Pyramiden ...

Willner:
(Unterbricht) Also Herr Schwesterle, bitte!

Döllmer: 
Und was ist mit den Bullenkötteln in Ickgehja?

Eiger-Nordwand: 
Die können machen was sie wollen, die Norweger, die sind ja nicht in der EU, ausserdem politisch stets superkorrekt.

Döllmer: 
Wahrscheinlich haben die halbfrei hoppelnden Kängurus vergiftete Kakerlaken gefressen - daher die versifften Eier.

Eiger-Nordwand: 
So isses!

Willner: 
Herr Bundeskanzler, wie wäre es mit einem Schlusswort?

Schnauze: 
(Zündet sich die fünfzehnte Mentholzigarette an) Wie ich damals in Mogadischu schon zu meinem Freund Ben Newski sagte: Kängurus und Kakerlaken passen einfach nicht zusammen, aber im Rahmen des APO-Doppelbeschusses sollten wir es doch wenigstens versuchen.

Willner: 
Apropos versuchen - Herr Bundeskanzler, könnten sie bitte EINMAL darauf verzichten, Ihre Mitmenschen mit Passivpestiziden zu vergiften!

Schnauze: 
Wieso Gift? Der Tabak ist aus Freilandhaltung und die Minze 100 Prozent bio. 

Dienstag, 26. Februar 2013

Neuer Lebensmittelskandal

Tierfleisch in Currywurst, Döner, Hamburger und Nürnberger entdeckt!


Stichproben aus 5 Currywürsten „á la Gerd“ in Hannover, 7 Dönern „mit alles“ in Kreuzberg, 3 Hamburgern „Doppelklopper“ in ebenda und 11 „Nürnberger“ Würstchen in Frankfurt haben einen Anfangsverdacht erhärtet: 

Deutscher Schnellfrass ist bundesweit mit Teilen toter Tiere kontaminiert.


Das Fleisch stammt von verendeten Pferden aus Rumänien, gemeuchelten Schweinen aus Güllereich, eingeschläferten Rindviechern aus Dötschland und geächteten, bzw. geschächteten Hammeln aus Halalistan und Koscheresien. Die Erzeuger, Händler und Verzehrer von Produkten der verseuchten Chargen sind aufgefordert, sich unverzüglich zur Keulung und Sonder-Entsorgung im Ministerium für Verbraucherschutz einzufinden.

Kurz nach Bekanntwerden dieses Skandals konnten unsere Reporter folgende Kommentare aufgebrachter Mitbürger aufzeichnen:

Uwe Döllmer, Normalverbraucher: 
„Auf nichts mehr kann man sich noch verlassen. Und ich dachte immer, die Imbissbude meines Vertrauens würde sich nicht mitschuldig machen an Massenmord, Kinderarbeit und Klimawandel.“

Claudia Grühn, Empörungsbeauftragte: 
„Da sieht man mal wieder was die Bush-Regierung anrichtet: Die Grosskonzerne machen was sie wollen. Dass die Moslemfeindlichkeit, die die Dönervergiftung signalisiert, nun auch noch um Hindu-, Franken- und Anglophilen-Feindlichkeit ergänzt wird, ist in diesem Zusammenhang eigentlich nur logisch. Wahrscheinlich wurden außerdem das Curry, das Salz, die Mayonnaise und der Ketchup nicht biologisch angebaut. Der/die VerbraucherIn ist wieder der/die/das OpferIn.“

Wolfgang Oberreit, Flughafenbetreiber: 
„Der Insulaner verliert die Ruhe nicht, der Insulaner mag kein Getue nicht. Wir lassen uns den Spass in Berlin nicht verderben! Über die Luftbrücke sind die Tierleichen jedenfalls nicht nach Berlin gelangt.“

Rainer Schwesterle, Trachtenexperte: 
„Ich sage gar nichts mehr zum Thema Fleisch. Obwohl: Doppelklopper - das hat was!“

Gregor Stasy, Geheimdienstinspektor: 
„Die Bratsicherheit Brasi wusste davon nichts. Und ich habe damit sowieso nichts zu tun. Diesbezügliche Dokumente sind erstunken und erlogen. Das ist doch nur eine Kampagne gegen Arbeitslose und Regierungsräte.“

Margot Kessmann, Oberhirtin ade:
„Warum denn gleich verdursten ... äh ... verwursten? Man hätte sich erstmal mit den Pferden an einen Tisch setzen und gemeinsam einen heben, ... äh ... beten sollen.“

Peter Knallmayer, Minister für Utopie: 
„Nun wird auch dem letzten Bürger klar, dass Braten der Energiewende abträglich ist. Ich, zum Beispiel, esse meinen Sonntagsbraten roh und energiesparend, mal abgesehen davon, dass ich sowieso niemanden habe, der mir das Fleisch zubereiten könnte.“

Valentin Seehofer, Vorsitzender des Interessenverbandes Weisswurst:
„Es hoasst bei uns unerbitterlich: Semmelnknödeln! Pferdenknödeln ka ma net sogn.“

Johannes Pomader, Enterhakenwart: 
„Ist mir doch wurscht was da drin ist, Hauptsache transparent!“

Alice Schwanzer, Entmannzipationsikone:
„Wenn da etwa auch noch Fleisch von Stuten, Säuen, Kühen oder Schafen gefunden wird, dann gnade Euch Göttin!“

Häuptling Seattle, Nachhaltigkeitsexperte: 
„Erst wenn Ihr das letzte Pferd aufgegessen habt, werdet Ihr merken, dass man auf Tofu nicht reiten kann.“

Samstag, 1. Dezember 2012

Klebrige Gesellschaftskünstler

Fiktion: Politiker vertreten die Interessen des Volkes

Fakt: Politiker vertreten zunehmend ihre eigenen Interessen auf Kosten des Volkes


Früher hieß es: Wer nichts wird, wird Wirt. Heute heißt es: Wer nichts kann, kann (Gesellschafts)Künstler, vulgo: Politikerdarsteller. In einer Zeit, in der sachlicher Tiefgang dem Publikum wenig, gleisnerische Oberfläche dem Stimmvieh viel bedeutet, präsentieren sich willig den Medien und damit uns zunehmend „Volksvertreter“ der dritten Art.

Volksvertreter der ersten Art: Überlebende brutaler Diktaturen. Sie kennen die Bedeutung und den Wert von Einigkeit und Recht und Freiheit. Deshalb kämpfen sie leidenschaftlich für deren Erhalt.

Volksvertreter der zweiten Art: Kenner von Armut, Aufbau und Schweiß. Sie wissen, dass der Strom nicht gratis aus der Steckdose perlt, die Milch nicht im Supermarkt gemolken wird, das Geld nicht auf Bäumen wächst und der Kuchen vor dem Verteilen gebacken werden muss. Deshalb kämpfen sie leidenschaftlich für die stetige Verbesserung von Bildung, Produktivität und solider Haushaltsführung.

Volksvertreter der dritten Art: Nutzniesser von Einigkeit und Recht und Freiheit, Aufbau und Schweiß. Sie glauben anscheinend dass das alles per se da ist, und man sich, dessen unbekümmert, auf schicke Modethemen aus der Peripherie gesellschaftlichen Wirkens konzentrieren kann. Politiker sein ist für den der dritten Art zum Haupt- wenn nicht ausschließlichen Broterwerb geworden; er muss also seine Hauptaufgabe darin sehen, gewählt und wiedergewählt zu werden. Dazu ist unbedingt nötig: Ständige und lärmende Präsenz in den Medien und die Konzentration aller Fähigkeiten und Kräfte auf parteiinterne Machtkämpfe.

Kommt es dann, wie es gelegentlich kommen muß, zum politischen Offenbarungseid: Wulff - Grossburgwedelgate, Ponader - Vorstandsschwurbel, Roth - Abstimmungsklatsche, Wowereit - FH-Willy-Brandt-Schutz-Skandal, kommt ein bisher unbekannter biologischer Klebstoff zum Einsatz, der nur im Falle Wulffs das Gesäß nicht am Sessel halten konnte. Die anderen genannten Gesellschafts-Künstler hingegen kleben weiterhin untrennbar an ihren lukrativen Thronen (bei Ponader noch ausbaubedürftig). Hier erhält der vielstrapazierte Begriff Nachhaltigkeit eine zusätzliche Bedeutung. 

Weiß vielleicht jemand einen Entkleber? Braucht nicht unbedingt biologisch zu sein - aber nachhaltig!